Die Trägerin des "Roten Trikots" Tanja
Poutiainen darf sich als erste Frau bei der Riesenslalom-Premiere im
spanischen La Molina in die Siegerliste eintragen. Die Finnin gewann mit
einem hauchdünnen Vorsprung von 2 Hundertstel Sekunden vor der
Südtirolerin Manuela Mölgg die weiter auf ihren ersten Weltcupsieg
warten muss.
Poutiainen profitierte dabei vom Sturz
der Halbzeit-Führenden Kathrin Zettel, die bei ihrem spektakulären
Abflug im zweiten Durchgang unverletzt blieb. "Es war ein untypischer
Fehler, aber die Verhältnisse waren schwierig und es geht so schnell",
meinte Zettel nach dem Sturz, bei dem sie mit blauen Flecken im
Hüftbereich glimpflich davonkam. Über die verpasste Siegchance meinte
die Niederösterreicherin: "Ich bin sehr traurig."
Hinter dem Führungsduo folgte auf den
Rängen drei bis fünf mit Nicole Hosp, Elisabeth Görgl und Michaela
Kirchgasser ein ÖSV-Trio.
Lara Gut konnte sich als beste
Schweizerin über einen starken sechsten Platz freuen. Gut überzeugte vor
allem im ersten Lauf, als sie als 26. Fahrerin trotz holpriger Piste auf
den sechsten Zwischenrang vorstiess. Das Riesentalent machte als einzige
Fahrerin mit einer hohen Startnummer einen derartigen Sprung nach vorne.
Aline Bonjour und Fabienne Suter qualifizierten sich zwar ebenfalls für
den zweiten Lauf, zerrissen dort aber keine Stricke mehr. Suter schied
nach guter Zwischenzeit aus, Bonjour holte als 21. immerhin zum zweiten
Mal in Serie Weltcup-Punkte im Riesenslalom.
Tessa Worley, die französische
Überraschungssiegerin von Aspen, landete auf dem achten Rang.
Die Partenkirchenerin Maria Riesch
erreichte als Zehnte ihr bestes Riesenslalom-Ergebnis seit März 2007.
Gesamtweltcupsiegerin Lindsey Vonn schied im ersten Lauf ebenso aus wie
die Bischofswiesener Riesenslalom-Spezialistin Kathrin Hölzl, Viktoria
Rebensburg aus Kreuth und die Partenkirchenerin Fanny Chmelar. Carolin
Fernsebner aus Ramsau war zu langsam für den zweiten Durchgang.
Wie verhext lief es auch für Denise
Karbon, die Weltcup-Gesamtsiegerin im Riesentorlauf des Vorjahres, die
im Finallauf nach einem Fehler im Steilhang ausschied.
Kathrin Zettel führt beim
Riesenslalom von La Molina
Die Niederösterreicherin Kathrin
Zettel führt nach dem 1. Durchgang beim Riesenslalom der Damen in La
Molina in einer Zeit von 1:07,02 Sekunden vor der Südtirolerin Manuela
Mölgg (+0,27) und Maria Pietilae-Holmer (+0.55) aus Schweden.
In Schlagdistanz auf einen
Stockerlplatz folgt auf dem Fünften Rang die Finnin Tanja Poutiainen
(+0,72) vor der Österreicherin Nicole Hosp (+0,83).
Als beste Schweizern plazierte sich
Lara Gut (+1,02) auf Platz 6 gefolgt von einer weiteren Österreicherin,
Elisabeth Görgl (+1,11), was die starke Mannschaftsleistung des ÖSV
unter Beweis stellt.
Bereits einen Rückstand von 1,26
Sekunden, auf die Führende Kathrin Zettel, weist die Riesenslalom
Weltcupsiegerin der Vorsaison, Denise Karbon als Achtplazierte auf.
Die Gewinnerin des letzten
Riesenslaloms von Aspen, Tessa Worley (+1,35) aus Frankreich mußte sich
nach dem 1. Durchgang mit Rang 9 begnügen.
Als beste und
einzige Deutsche
Rennfahrerin
konnte sich
Maria Riesch
(+1,43) als 10.
für den
Finaldurchgang
qualifizieren.
Kathrin Hölzl, Viktoria Rebensburg
und Fanny Chmelar
schieden ebenso
wie die
Gesamtweltcupführende
Lindsey Vonn
(USA) nach
Fahrfehlern aus.
Der Finaldurchgang wird um 12.30 Uhr
in La Molina gestartet. Bei uns können Sie wieder live dabeisein.
Das letzte
Rennen - Riesenslalom der Damen in Aspen
Tessa Worley gewinnt Riesenslalom
in Aspen
Die Französin Tessa Worley gewinnt
dank einer sensationellen Leistung im Finaldurchgang den Riesentorlauf
in Aspen. Die Französin, nach dem ersten Durchgang Sechste, liefert im
zweiten eine Fabelzeit und durfte sich über den ersten Weltcup-Sieg
ihrer Karriere freuen. Bisher war Tessa Worley erst einmal in einem
Weltcuprennen in die Top Ten gekommen - im letzten Winter als Fünfte zum
Saisonauftakt 2007 in Sölden.
Tanja Poutiainen (+ 0,28 Sek.) aus
Finnland wurde Zweite, Elisabeth Görgl (+ 0,71) komplettiert das Podest.
"Der Fehler von Denise Karbon war natürlich Glück für mich, sonst wäre
ich Vierte geworden", gab die Steirerin zu, die nach gutem Beginn im
zweiten Lauf nachließ. "Im zweiten Durchgang bin ich oben wieder sehr
gut gefahren. Im unteren Teil ist mir dann ziemlich die Kraft
ausgegangen. Das hat mich etwas verwundert.
Kathrin Zettel mußte sich mit Rang
Fünf begnügen, Eva-Maria Brem wurde 18. Die fünftklassierte Zettel war,
auf Grund der Bedingungen mit ihrem Ergebnis zufrieden: "Es war
irrsinnig schwer zu fahren, weil es extrem glatt war. Vielleicht wollte
ich im zweiten Durchgang ein bisschen zuviel mit Gewalt. Aber
andererseits habe ich mit einer schlechten Leistung einen guten fünften
Platz geschafft. So kann man es auch sehen."
Karbons Vorsprung auf die führende
Französin betrug bei der letzten Zwischenzeit über sieben
Zehntelssekunden. Doch dann patzte die Italienerin rund fünfzig Meter
vor dem Ziel und kam zum Stillstand. Ein Ausscheiden konnte Karbon zwar
noch verhindern, sie fiel jedoch auf Rang 15. zurück.
Einen Platz vor Karbon klassierte sich
Aline Bonjour als beste Schweizerin. Die Waadtländerin qualifizierte
sich als 29. im ersten Lauf knapp für den zweiten Durchgang und
vermochte sich dort mit einer starken Fahrt entsprechend zu steigern.
Beste deutsche Starterin war Viktoria
Rebensburg auf Platz 12. Maria Riesch belegte Rang 16. Kathrin Hölzl kam
auf den für die Spezialistin enttäuschenden 23. Rang. Carolin Fernsebner
und Fanny Chmelar schieden im ersten Lauf aus.
Für bange Momente sorgte der Sturz von
Nicole Hosp im ersten Lauf. Eine erste MRI-Untersuchung im Spital ergab
jedoch keine Bänder- oder Knochenverletzung. Ein Start im Slalom am
Sonntag ist nicht ausgeschlossen. "Zum Glück ist es nicht so schlimm.
Das Knie tut schon weh. Es ist aber nicht so tragisch, weil man weiß,
dass es nicht so ernst ist. Für morgen werden wir einmal schauen. Wenn
ich fahre, muss es aber Sinn machen. Ich will nicht nur so am Start
stehen", meinte Hosp vor dem Slalom. Eine Entscheidung wird allerdings
erst kurz vor dem Rennen fallen.
Endergebnis Riesenslalom der Damen in
Aspen: 1. Tessa Worley (FRA) 2:12,86. 2. Tanja Poutiainen (FIN) 0,28
zurück. 3. Elisabeth Görgl (AUT) 0,71. 4. Lindsey Vonn (USA) 0,87. 5.
Kathrin Zettel (AUT) 1,03. 6. Maria Pietilä-Holmner (SWE) 1,12. 7. Julia
Mancuso (USA) 1,19. 8. Marion Bertrand (FRA) 1,70. 9. Nicole Gius (ITA)
1,90. 10. Tina Maze (SLO) 2,22. 11. Mateja Robnik (SLO) 2,37. 12.
Viktoria Rebensburg (GER) 2,50. 13. Sarah Schleper (USA) 2,76. 14. Aline
Bonjour (SUI) 2,85. 15. Denise Karbon (ITA) 2,90.
Der alpine Skiweltcup macht am
Wochenende erstmals in der Geschichte in La Molina Station, die Damen
bestreiten im spanischen Pyrenäenort am Samstag (ab 9.30 Uhr, live in
ORF1) einen Riesentorlauf und am Sonntag (ebenfalls ab 9.30 Uhr, live in
ORF1) einen Slalom.
Während es bei den Herren in Val
d'Isere durch den starken Schneefall und Nebel Probleme gab, sind die
Voraussetzungen in La Molina perfekt. "Die Verhältnisse sind ideal, die
Pisten absolut Weltcup-würdig", freute sich ÖSV-Damen-Cheftrainer
Herbert Mandl auf die Premiere in den Pyrenäen.
Im Riesentorlauf am Samstag greift Kathrin Zettel nach dem "Roten
Trikot" der Führenden in der Disziplinenwertung. Die gesundheitlich sehr
sensible Niederösterreicherin liegt nach zwei Rennen nur 15 Punkte
hinter der finnischen Leaderin Tanja Poutiainen auf Rang zwei, hatte
jedoch zuletzt mit Stirnhöhlenproblemen zu kämpfen gehabt, diese sind
noch nicht hundertprozentig abgeklungen.
"Ich werde in La Molina wieder voll angreifen", versprach Zettel, die
mit dem neuen Atomic-"Doppeldecker" immer besser zurechtkommt.
Mandl wollte die Erwartungen bezüglich Zettel aber nicht zu hoch
ansetzen. "Der gesundheitliche Zustand ist sicher ein Handicap. So eine
Geschichte ist bei Athletinnen ein langwieriger Prozess, denn sie dürfen
ja aufgrund der Dopingbestimmungen nichts Radikales nehmen", sagte
Mandl.
Grippaler Infekt schwächt Hosp
Auch Nicole Hosp geht nicht voll fit ins Rennen, die Tirolerin hatte
sich zuletzt mit einem grippalen Infekt herumgeärgert, außerdem sind die
Folgen ihres Sturzes in Aspen (Zerrung der hinteren Kniebeugemuskulatur)
noch zu spüren.
Die Tirolerin hält im Riesentorlauf-Weltcup erst bei drei Zählern (Platz
28 in Sölden, Out in Aspen). "Bis jetzt sind mir leider noch keine zwei
konstanten Durchgänge gelungen", so Hosp, die in Spanien auf Besserung
hofft. "Es ist nur eine Frage der Zeit bei ihr", war sich Mandl sicher.
Im Gesamtweltcup weist Hosp aber bereits 204 Punkte Rückstand auf die
US-Amerikanerin Lindsey Vonn auf.
Michaela
Kirchgasser: Zum
Selbstvertrauen
tanken auf die
Reiteralm
Skiweltcup.info:
Hallo Michi, Du
bist wieder
zurück auf
heimischen
Boden, wie war
der Ausflug nach
Übersee und wie
waren deine
Eindrücke ?
Michaela
Kirchgasser:
Die Reise war
sehr gut, wir
haben es heuer
mal mit einem
Kurztrip
versucht und ich
glaube, dass es
gar keine so
schlechte Idee
war nur für die
Rennen in die
USA zu fliegen.
Die Erinnerungen
an Aspen sind
immer noch sehr
gut und ich
hatte mir auch
einiges
ausgerechnet,
aber leider hat
sich ein dummer
Fahrfehler
eingeschlichen
und somit gibt's
kein positives
Ergebnis.
Skiweltcup.info:
Deine nächstes
Weltcuprennen
sind der
Riesentorlauf
und der Slalom
im spanischen La
Molina. Wie
schaut dein
Zeitplan bis zum
13.12. aus ?
Michaela
Kirchgasser:
Ich werde ein
paar Tage auf
der Reiteralm
trainieren und
dann mit
hoffentlich
einer großen
Packung
Selbstvertrauen
in den Flieger
steigen.
Skiweltcup.info:
Im letzen
Jahr warst du
Dritte in der
Riesentorlauf
Gesamtwertung.
Ein Riesenerfolg
vor allem wenn
man bedenkt das
Du dich mit
Verletzungen
herumplagen
mußtest. Kann
eine gesunde
Michi
Kirchgasser in
dieser Saison um
die kleine
Disziplinenkugel
mitfahren ?
Michaela
Kirchgasser:
Vor 2 Jahren bin
ich sicherlich
technisch sehr
gut Ski
gefahren, und
wenn ich jetzt
bald wirklich
durchstarten
kann, ist es
durchaus noch
möglich, da muss
aber dann eine
Wahnsinnssaison
noch folgen.
Skiweltcup.info:
Wie verbringst
du fernab der
Heimat deine
Freizeit nach
dem Training
bzw. zwischen
den Rennen und
wie kannst Du am
besten
entspannen ?
Michaela
Kirchgasser:
Am besten
entspannen kann
ich mit Musik,
lesen und
rätseln. Das
taugt mir
einfach und da
vergess ich rund
um mich alles.
Skiweltcup.info:
Du wirkst bei
Interviews immer
sehr locker und
entspannt – nach
einem Ausfall
analysierst Du
schnell und
sicher deine
Fehler und
schaust auch
gleich wieder
nach vorne –
gibt es auch
Tage wo eine
Michael
Kirchgasser mal
„zickig“ sein
kann ?
Michaela
Kirchgasser:
Eine Analyse ist
wichtig, man
muss die Fehler
analysieren und
dann wieder nach
vorne schauen.
und natürlich
gibt es Tage an
denen ich auch
zickig bin, aber
da geh ich
sowieso jeden
aus dem Weg.
Der alpine Skiweltcup macht am
Wochenende erstmals in der Geschichte in La Molina Station, die Damen
bestreiten im spanischen Pyrenäenort am Samstag (ab 9.30 Uhr, live in
ORF1) einen Riesentorlauf und am Sonntag (ebenfalls ab 9.30 Uhr, live in
ORF1) einen Slalom.
BLICK
ZURÜCK SAISON 2006/07:
Riesenslalom der Damen jedoch in der Sierra Nevada!
Kirchgasser gewinnt Riesenslalom in
der Sierra Nevada
Die Österreicherin Michaela Kirchgasser hat beim
alpinen Ski-Weltcup im spanischen Sierra Nevada den Riesenslalom
gewonnen. Die WM-Vierte sicherte sich vor ihrer Teamkollegin Nicole Hosp
den ersten Weltcupsieg ihr noch jungen Karriere. In 2:14,41 Minuten
hatte Kirchgasser einen Vorsprung von 0,42 Sekunden auf die
Weltmeisterin. Auf dem dritten Rang landete die Olympia-Zweite Tanja
Poutiainen aus Finnland die nach dem 1. Durchgang noch in Führung lag.
Marlies Schild als 7. und Daniela Zeiser als 9. komplettierten das
starke Mannschafts-Resultat der Österreicherinnen. Renate Götschl holte
als 14. wichtige Punkte im Kampf um den Gesamt-Weltcup. Beste Deutsche
war die 17-jährige Viktoria Rebensburg. Die Kreutherin belegte mit der
viertbesten Laufzeit im zweiten Durchgang den 13. Rang. Maria Riesch aus
Partenkirchen landete auf Platz 15.